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Mittelstandsbarometer 2017: Regionale Wirtschaft in glänzender Verfassung

Pressemitteilung   •   Sep 13, 2017 15:58 CEST

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (re) beim Anschnitt der Jubiläumstorte mit (v.l) Edgar Roumen (Creditreform), Kreisdirektor Dirk Brügge, Jan Stenmans (Creditreform), Stephan Meiser (Pressesprecher Sparkasse) und Sparkassenvorstand Dr. Volker Gärtner

Mittelstandsbarometer Rhein-Kreis Neuss 2017

Rhein-Kreis Neuss, Creditreform Düsseldorf Neuss und Sparkasse Neuss präsentierten gestern die glänzenden Ergebnisse des Mittelstandsbarometers 2017. Das Mittelstandsbarometer feiert in diesem Jahr Jubiläum: Die repräsentative Umfrage zur konjunkturellen Lage des regionalen Mittelstandes wurde in diesem Jahr bereits zum 10. Mal durchgeführt. Hierzu wurden von Mitte Juli bis Mitte August 2017 insgesamt 500 Unternehmen in den acht Kommunen des Kreises telefonisch befragt. 


Das Geschäfts- und Konjunkturklima der Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss zeigt sich im Frühsommer 2017 zum vierten Mal in Folge in Bestform.
Das regionale Geschäfts- und Konjunkturklima „springt“ im Sommer 2017 mit 138 Punkten auf das vierte „Allzeithoch“ in Folge und übertrifft den Bundeswert nochmals deutlich – Tendenz während der Umfrage weiter zunehmend (+ 6 Punkte). Geschäftslage und Geschäftserwartungen werden von den Unternehmen durchgehend positiver beurteilt als vor Jahresfrist. Wie im Vorjahr sind die Erwartungen für die mittlere Zukunft nochmals positiver als die aktuellen Lageurteile. Aus Sicht der Sparkasse als führendem Kreditinstitut im Rhein-Kreis Neuss konnte Vorstandsmitglied Dr. Volker Gärtner die guten Zahlen der Studie nur bestätigen. "Wir verzeichnen im Kreditgeschäft mit unseren Firmenkunden ein überdurchschnittliches Wachstum. Das spricht für den Optimismus der Unternehmen."

Eine spürbare und nachhaltige konjunkturelle Eintrübung ist weiterhin nicht in Sicht, der aktuelle Klima-Index zeigte im zeitlichen Verlauf der Umfrage sogar einen leichten Aufwärtstrend. Alles in allem sind die aktuellen Ergebnisse Ausdruck des vorhandenen konjunkturellen Optimismus in der regionalen Wirtschaft. Zudem spiegelt der insgesamt positive Trend des Personalklimas auch die aktuelle Entwicklung am regionalen Beschäftigungsmarkt.

„Das aktuelle Konjunkturklima übertrifft die Höchstwerte der letzten drei Vorjahre und auch der Boomjahre 2010 und 2011 nochmals deutlich. Derzeit bewerten zwei von drei Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss ihre aktuelle und künftige Auftragslage mit einer sehr guten oder guten Schulnote“, so Edgar Roumen, Geschäftsleitung Creditreform Düsseldorf Neuss. „Die regionale Wirtschaft steht offensichtlich unter Volldampf. Eine spürbare und nachhaltige konjunkturelle Eintrübung ist weiterhin nicht in Sicht, der aktuelle Klima-Index zeigte im zeitlichen Verlauf der Umfrage sogar einen leichten Aufwärtstrend.“
Die Wirtschaft in allen acht Kommunen des Rhein-Kreis Neuss verbleibt deutlich im positiven Bereich und somit in einer „konjunkturellen Boomphase“. Das „Konjunkturwetter“ ist in diesem Jahr in Korschenbroich, Dormagen und Grevenbroich am positivsten. Die Zugewinne sind in Grevenbroich und Dormagen zudem deutlich überdurchschnittlich. Alleine Kaarst verzeichnet in diesem Sommer, von hohem Niveau aus, einen Rückgang des Geschäftsklimas.

Rhein-Kreis Neuss: Starker Wirtschaftsstandort – rückläufige Insolvenzen und Insolvenzgefährdung – weiter verbesserte Zahlungsmoral der Unternehmen
Die wirtschaftliche Lage im Rhein-Kreis Neuss ist seit spätestens 2014 außergewöhnlich gut. Dies zeigen auch weitere Indikatoren, wie die niedrige Insolvenzgefährdung der Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss. Diese verbleiben dank guter konjunktureller Lage im „grünen Bereich“. Und auch für die nächsten Monate weist die Prognose eine niedrige Ausfallwahrscheinlichkeit für die regionalen Unternehmen aus. Zudem sind die (realen) „Firmenpleiten“ im 1. Halbjahr 2017 um rund 12 Prozent zurückgegangen. Und auch für das 2. Halbjahr 2017 wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen voraussichtlich sinken. Im Gleichklang damit hat sich auch die „Zahlungsmoral“ der Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss nach Angaben des Creditreform Debitorenregisters Deutschland (DRD) in den letzten 12 Monaten nochmals deutlich verbessert. Betrug die durchschnittliche Dauer einer Zahlungserfüllung im Rhein-Kreis Neuss im Jahr 2005 noch rund 25,9 Tage, verringerte sich die Zahl der Überfälligkeitstage für die regionalen Unternehmen bis Ende Juni 2017 auf rund 14,8 Tage (Gesamtjahr 2016: 15,8 Tage).
„Die Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss befindet sich nunmehr im vierten Jahr in blendender Verfassung. Bisher hat unserer Wirtschaft der Brexit oder der ungewisse wirtschaftspolitische Kurs der neuen US-Regierung noch nichts anhaben können“, ordnet Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die aktuellen Ergebnisse ein. „Darüber freue mich sehr, dennoch bleibt der Fachkräftemangel ein gravierendes Problem und auch die Kehrseite des Erfolges. Hier müssen wir handeln."

Rhein-Kreis Neuss: Hoch geschätzter Standort – Weiterempfehlungsquote: zunehmend - Kenntnisquote der Beratungs- und Dienstleistungsangebote der Wirtschaftsförderung: zunehmend – Bewertung: leicht abnehmend
Die Wertschätzung des Unternehmensstandortes Rhein-Kreis Neuss nimmt 2017 auf hohem Niveau nochmals zu. Somit bleibt der Rhein-Kreis Neuss auch 2017 ein weithin hoch geschätzter Unternehmensstandort. Im Sommer 2017 würde eine überwältigende Mehrheit der regionalen Unternehmen den Rhein-Kreis Neuss anderen Unternehmen als „Unternehmensstandort empfehlen“. Die ehedem sehr hohe Weiterempfehlungsquote nimmt nochmals auf nun 95 Prozent zu (+ 5 Punkte). Die Bekanntheit der Beratungs- und Dienstleistungsangebote der Wirtschaftsförderungen im Rhein-Kreis Neuss hat sich in den letzten 12 Monaten wieder leicht erhöht (44 Prozent; + 2 Punkte) – und dies trotz des anhaltenden Konjunkturbooms. Die Bewertungen der Beratungs- und Dienstleistungsangebote der Wirtschafts-förderungen im Rhein-Kreis Neuss haben sich in den letzten 12 Monaten leicht verschlechtert, verbleiben aber knapp im guten Benotungsbereich. Weiterhin vergeben 54 Prozent der regionalen Unternehmen derzeit sehr gute und gute Schulnoten (- 3 Punkte). Als Faustregel gilt in diesem Jahr mehr denn je: Je besser Geschäfts- und Konjunkturklima, desto schlechter ist die Bewertung der Beratungs- und Dienstleistungsangebote der Wirtschaftsförderungen – und umgekehrt.


Sonderthema: Fachkräftemangel im Rhein-Kreis Neuss
Das Thema Fachkräftemangel hat im Vergleich zu den letzten Umfragen weiter an Bedeutung gewonnen. Derzeit beklagt mehr als jedes zweite regionale Unternehmen (51 Prozent; + 2 Punkte), dass der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern die Wachstums- und Entwicklungschancen des eigenen Unternehmens behindert. Zum Vergleich: Bundesweit beklagten im Frühsommer 2017 laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK), wie im Rhein-Kreis Neuss, rund 51 Prozent der deutschen Unternehmen (2016: 48 Prozent) über einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. In ganz Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil bei 43 Prozent.Nach überschlägigen Hochrechnungen sind demnach 2017 wie im Vorjahr rund 10.000 Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss von einem Mangel an Fachkräften betroffen. Deutlich überdurchschnittlich betroffen sind auch 2017 Unternehmen aus Bau- und Verarbeitendem Gewerbe und aus den sonstigen Branchen, also Unternehmen aus der Land- und Forstwirtschaft oder aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. Erkennbar zeigt sich aber auch, dass Fachkräftemangel und konjunkturelle Lage korrespondieren: Je besser die wirtschaftliche Lage, desto größer der Fachkräfte-mangel – und umgekehrt. Im „Mittelstandsbarometer“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young vom Januar 2017 wurden die Umsatzeinbußen des deutschen Mittelstandes durch das Fehlen entsprechender Fachkräfte auf etwa 49,4 Milliarden Euro beziffert.
Die regionalen Unternehmen nutzen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter am häufigsten „persönliche Kontakte“. Diese Option wurde von 93 Prozent der Unternehmen genannt. Danach folgen mit Abstand die Online-Stellenanzeige (50 Prozent), der Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit (39 Prozent) sowie Stellenanzeigen in Printmedien (34 Prozent). Dahinter rangieren die Vermittlung über eine Personalagentur (15 Prozent) oder durch Veranstaltungen wie Jobmessen (19 Prozent). Die meisten regionalen Unternehmen sind offensichtlich auf der Suche nach „technisch-handwerklichen Facharbeitern“. Auf den Rängen 2 und 3 folgen der „kaufmännische Facharbeiter“ (47 Prozent) und der „Ungelernte / Helfer“ (45 Prozent). Dr. Volker Gärtner, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Neuss: „Hochqualifizierte und hochmotivierte MitarbeiterInnen sind entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Für uns in der Sparkasse Neuss ist deshalb die Unternehmenskultur ein zentraler Faktor, um Fachkräfte zu finden und zu binden. Über die in diesem Jahr errungene Auszeichnung ‚Great Place to Work‘ freuen wir uns in diesem Zusammenhang besonders. Meine konkrete Empfehlung an die Unternehmen und Betriebe lautet: Verstehen Sie die Unternehmens-kultur als einen strategischen Erfolgsfaktor. Investitionen in die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur schaffen messbare Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte!“

Einordnung und Perspektiven: Die regionale Konjunktur „unter Volldampf“ – beste Potenziale, Trenddynamik ist intakt und robust
Die Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss befindet sich nunmehr im vierten Jahr in blendender Verfassung. Die verhalten pessimistische Prognose des Vorjahres („weiter im Boom, aber Trenddynamik schwächelt“) hat sich nicht erfüllt. Die Höchststände der regionalen Konjunkturklimamessung der letzten drei Jahre wurden in diesem Sommer nochmals deutlich übertroffen. Der Klima-Index erreicht wiederum ein neues Allzeithoch und liegt zudem weiterhin fast zehn Punkte über dem Bundeswert. Die regionale Konjunktur steht „unter Volldampf“. Die Unternehmen waren in den letzten zehn Jahren noch nie zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Und auch der Ausblick auf die kommenden Monate verbesserte sich.
Und allen Unkenrufen zum Trotz ist ein befürchteter Konjunktureinbruch durch externe Störfaktoren, wie die sehr schleppend verlaufenden Brexit-Verhandlungen, den ungewissen wirtschaftspolitischen Kurs der neuen US-Regierung, die schwelenden Krisen in Nordkorea und im Nahen Osten sowie die sich verschärfende Krise in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei bislang ausgeblieben. Im Gegenteil – die Deutsche Bundesbank spricht im Monatsbericht vom August 2017 von einem „Stimmungshoch in der deutschen Wirtschaft“. Zudem zeigte sich auch während unserer Sommerumfrage, dass die Trenddynamik derzeit intakt und robust ist. So hat sich das gemessene regionale Geschäftsklima im zeitlichen Verlauf der Umfrage nochmals leicht verbessert (Juli: 138 Punkte; August: 140 Punkte). Die Geschäftsaussichten der Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss bleiben für den weiteren Jahresverlauf, nicht nur angesichts des strukturell guten Zustands der regionalen Wirtschaft, weiterhin äußerst positiv und erfolgversprechend. Hierfür sprechen nicht nur das sehr hohe Niveau des aktuellen Geschäftsklimas, sondern auch zahlreiche Einzelindikatoren, die von den insgesamt sehr positiven Bewertungen des Wirtschaftsstandortes bis hin zur Stärke des regionalen Arbeitsmarktes reichen. Dennoch dürfen die weiterhin unkalkulierbaren Risiken, die auch kurzfristig namhaften Einfluss auf die konjunkturelle Weiterentwicklung in Bund und Region haben können, nicht ungenannt bleiben. So erzeugen die zunehmende Zahl terroristischer Attacken und anderer unkalkulierbarer global-ökonomischer Risiken, wie insbesondere die Gefahr eines atomaren Schlagabtauschs auf der koreanischen Halbinsel oder einer „versehentlichen“ Konfrontation der „Supermächte“, weiterhin Unruhe und Unsicherheit bei Unternehmen und Verbrauchern.

Zum Hintergrund
Das Mittelstandsbarometer Rhein-Kreis Neuss ist 2008 auf Initiative von Creditreform Neuss, Rhein-Kreis Neuss und Sparkasse Neuss ins Leben gerufen worden. Ziel der regelmäßigen Umfragen ist, den „Puls“ der mittelständischen Wirtschaft in unserer Region zu erfühlen. Hierzu wird u.a. erfragt, wie die hiesigen Unternehmen ihre derzeitige Geschäftssituation und die Aussichten für die nächsten Monate beurteilen. Zusätzlich wird jedes Jahr ein Sonderthema abgefragt. 


Weitere Informationen zur Initiative finden Sie auch unter: www.konjunkturforschung-regional.de.

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